Hätte ich das doch nur schon früher gewusst

Carola, 36 und Krankenschwester,  ist über einen Beitrag auf Facebook auf mich aufmerksam geworden und macht einen Termin für ein kostenloses Schnuppergespräch. Dabei erzählt sie von ihrer panischen Angst ihren Partner zu verlieren. Ich stelle ihr ein paar Fragen und erkläre ihren Gewinn von einem Coaching. Sie fühlt sich scheinbar gut aufgehoben und bucht ein Coaching für die nächste Woche. Da sie in Österreich wohnt, verabreden wir uns zum Skype Call.

Schon in den ersten paar Minuten bricht sie in Tränen aus und berichtet von einem Streit, den sie ein paar Minuten zuvor mit ihrem Freund gehabt habe. Er sei später als sonst von der Arbeit gekommen und sie habe ihn nach dem Grund gefragt. Darauf habe er sich wieder kontrolliert gefühlt und ein Wort ergab das andere, der Streit sei eskaliert und er hat wütend die Wohnung verlassen.

Carola macht sich große Sorgen, dass was schlimmes passiert sein könnte und er nicht wieder kommt. Vielleicht stecke ja auch eine andere Frau dahinter und überhaupt vergraule sie ja alle Männer immer schon nach kurzer Zeit und mit ihr könne mann es einfach nicht aushalten. Das geht eine kleine Weile so und ich höre ihr aufmerksam zu, bis sie sich wieder beruhigt. Ich vermittel ihr Sicherheit und das ihr jetzt im Moment gar nichts schlimmes passieren könne. Es wirkt und sie kann nach ein paar Minuten sogar etwas über sich lachen.Aber natürlich ist die Sache ernst, denn es gelingt ihr einfach nicht eine langfristige Partnerschaft zu führen, obwohl sie sich nichts sehnlicher wünscht.

Mit Jochen ist sie jetzt seit 3 Monaten zusammen und sie haben sich auf der Feier einer Freundin kennen gelernt. Er wirkte auf sie sehr schüchtern und vertrauensvoll, was ihr bei einem Mann sehr wichtig ist. Sie haben sich auf Anhieb gut verstanden und sind nach kurzer Zeit ein Paar geworden. Am Anfang war sie sehr verliebt und hoffte er sei nicht so ein Herzensbrecher wie die Männer zuvor. Aber nach ein paar Wochen verhielt er sich etwas merkwürdig. Sie hatte das Gefühl es stimme was nicht, obwohl sich die Partnerschaft an sich sehr schön entwickelte

Ich frage sie, ob es vielleicht enger, näher, intimer geworden sei und sie stimmt zu. Das sei ihr auch schon aufgefallen, dass immer wenn es anfängt wirklich schön zu werden, suche sie fast zwanghaft nach dem Haar in der Suppe. Dann fange sie an zu zweifeln, unterstelle dem Partner Untreue und dass er sie ja eh bald verlassen würde. Was er irgendwann auch tut.

 

Ein Teufelskreislauf

Ich lade sie auf eine kleine Zeitreise ein und frage sie, wann sie das erste Mal dieses panische Gefühl bekomme habe, seit wann sie das Gefühl schon kenne. Carola überlegt eine Weile und geht gedankliche bis in ihre Kindheit zurück, weil es schon ein sehr altes Gefühl sei. Ich führe sie mit gezielten Fragen weiter und nach ein paar Schlenkern stockt sie und fängt leicht an zu zittern. Ich bitte sie ruhig zu atmen und weiter zu erzählen, was sie sehe.

Sie sei 4 und ihre Eltern streiten sich. Sie liegt im Kinderzimmer daneben und versucht sich die Ohren zu zu halten. Aber sie schreien so laut und Carola hat Angst. Sie hört nur Wortfetzen ihrer Mutter:“dann verschwinde doch und geh zu deiner Uschi, ich will dich hier nicht mehr sehen“ usw. Irgendwann ist es ruhig und Carola schläft erschöpft ein. Die Tage danach seien angespannt und die Streitereien nehmen zu. Ein paar Wochen später bringe der Vater sie ins Bett, lese ihr noch eine Gute Nachtgeschichte vor, sie kuschel sich eng an ihn und schlafe ein.  Am nächsten Morgen ist er nicht mehr da.

Carola weint jetzt wieder heftig und ich lasse ihr Zeit. Sie erinnert sich an den Schmerz, als sie erfährt, dass ihr Vater gegangen ist. Sie erinnert sich an ihre Angst. Sie ist 4 Jahre alt und denkt es sei ihre Schuld.

Ich frage sie, ob sie sich vorstellen könne, was dieses 4 jährige kleine Mädchen jetzt braucht. Sie nickt und nimmt imaginär die Kleine in die Arme und wiegt sie hin und her. Carolas Tränen werden weniger und ihr Gesicht lockert wieder auf. Wir verbringen noch etwas Zeit mit der Kleinen, bringen sie an einen guten und sicheren Ort und Carola kommt wieder mit der Aufmerksamkeit zurück ins Hier und Jetzt.

Sie guckt mich entgeistert an und sagt mit großen Augen: „jetzt verstehe ich, ich habe Angst dass die Männer gehen wie mein Vater damals. So habe sie das noch nie betrachtet.“ Ihr werden viele Situationen im Nachhinein deutlich und sie kann sich vieles erklären. Sie hat ihren alten, vertrauten, bekannten Schmerz wiederholt ohne das Muster auflösen zu können.

 

„Hätte ich das doch nur eher gewusst“

Carola bereut, dass sie das nicht schon eher begriffen habe und in vielen Situationen sicher hätte anders handeln können. Denn jetzt ist sie ja erwachsen und keine 4 mehr.

Ich erkläre ihr die Zusammenhänge und das unsere „inneren Kinder“ oft in Stress oder Angstsituationen das Kommando übernehmen und wir dann den Gefühlen ausgeliefert sind. Aber mit ein paar gezielten Übungen und Methoden kann man das wunderbar in die richtigen Bahnen lenken.

Carola bekommt eine Hausaufgabe und wir verabreden uns zum nächsten Coaching. Sie kommt sich, ihrer falschen Glaubenssätze und Verhaltensmuster immer weiter auf die Spur. Zu ihrem „inneren Kind“ hat sie nach kurzer Zeit einen guten Draht und sie beginnt sich immer mehr zu lieben und selbstsicherer zu werden.

Nach einem Jahr, das Coaching ist längst vorbei, bekomme ich eine Nachricht mit einem Foto: “ Wir trauen uns“ von ihr und ihrem Freund vor dem Standesamt. Darunter ein 🙂 und Danke. Kuss.

Yeah. Ich freue mich total und wünsche ihnen  alles Liebe und Gute auf dieser Welt. Ich liebe meinen Job!

 

Wenn du auch Lust und Interesse hast an einem Schnuppergespräch, dann melde dich doch jetzt auch hier an 🙂

Vielleicht interessiert dich auch meine Facebookgruppe: „Volltreffer Herz – der Liebe eine Chance geben“, dann schau doch hier auch einfach mal rein.

Ich freue mich auf dich und wünsche dir alles Liebe 🙂

Deine Andrea