Mein erstes Blinddate

 

Puh, wieder so ein öder Wintertag und auch noch ein Sonntag. Es ist erst Dezember, wie soll ich das bis zum Sommer nur aushalten? Ich bin einfach ein Sonnenkind und dies Wetter schlägt mir aufs Gemüt. Was stelle ich nur mit diesem Tag an?

Ah warte mal, Claudi hat mir doch gestern was von einer neuen Gruppe bei Facebook erzählt, wo es ganz locker und lustig zugehen soll.

Ich schnappe meinen Laptop und mache es mir mit einem Kaffee und einem Schokoriegel auf dem Sofa bequem. Im Hintergrund läuft leise Quenn und meine Füße wippen im Takt.

Das Foto der Gruppe sieht schon mal interessant aus. Ich klicke mich rein und stelle mich mit ein paar kurzen Worten vor. Schwupps noch ein nettes Bild dazu und ab hinaus in die Welt. Ein paar Kommentare bringen mich zum Schmunzeln und einige gehen einfach so gar nicht. Oh Mann, was denken sich manche Leute eigentlich so.

Pling, eine Nachricht im Messenger. Na nu, wer schreibt mir denn da und dann auch noch ohne Foto. Auf so was reagiere ich meistens ja gar nicht, aber heute bin ich irgendwie in so einer < ach ich weiß auch nicht wie > Stimmung und öffne die Nachricht.

David wünscht mir einen guten Abend, fragt mich, was ich so schönes mache und was ich an habe. Ich lache laut auf und lasse mich aber doch auf den Talk ein.

Wir schreiben eine Weile hin und her und irgendwie zieht er mich in seinen Bann. Er flirtet sehr direkt und es gefällt mir.

Hui, er geht echt ran und fragt mich tatsächlich, ob ich Lust habe ihn jetzt ganz spontan zu treffen. Aber nicht einfach so, sondern mit verbundenen Augen.

Mir gehen tausend Gedanken durch den Kopf. Von, er könnte ein Mörder sein bis zu was, wenn er der Hauptgewinn ist. Aber in mir spüre ich ein leichtes Kribbeln, eine Art Vorfreude auf etwas Außergewöhnliches.

David ist gerade im Nachbarort und wir verabreden uns tatsächlich in seinem Hotel, wo er gerade auf Geschäftreise ist. So etwas habe ich noch nie gemacht! Das Kribbeln in mir wird stärker und mir zittern sogar etwas die Hände als ich mich fertig mache.

Zimmer 45, da ist es. Ich klopfe. Die Tür öffnet sich nur einen Spalt und eine Hand reicht mir eine Augenbinde. Eine tiefe, warme und wahnsinnig erotische Stimme bittet mich sie umzubinden. Mein Herz schlägt schneller und ich überlege kurz doch abzuhauen. Dafür bin ich aber inzwischen viel zu neugierig.

Ich binde mir die Augen zu, trete ein, höre leise Klaviermusik und rieche sein Parfum. Etwas herb und leicht holzig, angenehm. In mir macht sich ein leichtes Ziehen bemerkbar und ich spüre, wie

es mich erregt. Was tue ich hier bloß, bin ich jetzt völlig verrückt geworden? Ein Fremder und ich weiß nicht mal wie er aussieht! Aber es fühlt sich gut an.

Sein Lachen und seine Stimme beruhigen mich. Er nimmt meine Hand und  führt mich zum Bett. Wir stehen voreinander und beim Abstreifen meines Mantels berühren seine Finger sanft meinen Nacken und es fährt wie ein Blitz durch meinen Körper. Ich will dass er mich berührt. Jetzt hier auf der Stelle.

Als könnte er Gedanken lesen, streicheln seine Finger zart über meine Wange und fahren über meine Lippen. Mein Puls rast und ich habe einen trockenen Mund. Aus mir kommt kein Ton heraus und ich glühe innerlich vor Lust.

Ich strecke meine Hände aus, berühre ihn an der Brust und erkunde langsam aber bestimmt seinen Körper. Er fühlt sich verdammt gut an und ich will mehr.

Leise flüstert er mir was ins Ohr und schiebt seine Hand unter meine Bluse.

Mein Blut pulsiert und ich spüre wie auch seine Atmung schneller wird.

Er drückt mich leicht zurück und wir landen beide auf dem Bett.

Meine Gedanken beginnen zu rasen und mein ganzer Körper erschauert, als mich seine Lippen berühren. Seine Zunge umspielt meine Unterlippe und ich öffne sie ihm bereitwillig. Hmm, er schmeckt nach Wein. Unser Kuss wird gieriger und unsere Hände ungeduldig…

Keine Ahnung was noch passiert und was danach kommt. Ich bin jetzt hier, fühle mich total lebendig und mein ganzer Körper will diesen Moment genießen. Nicht mehr und nicht weniger.

Punkt.